Bischof Petar Palić beim 37. Mladifest: Christus ist unsere Quelle, und seine Gnade hört niemals auf zu fließen

Nach der Heiligen Messe folgte die Anbetung Jesu im Allerheiligsten Altarsakrament sowie die Aussendung und Verabschiedung. Vertreter aller am Mladifest teilnehmenden Länder erhielten ein Geschenk – einen Rosenkranz –, der ihnen von den Bischöfen Palić und Cavalli überreicht wurde.
Bischof Petar Palić beim 37. Mladifest: Christus ist unsere Quelle, und seine Gnade hört niemals auf zu fließen

Am Mittwoch, dem 5. August 2026 – dem letzten Abend des 37. Internationalen Jugendgebetstreffens (Mladifest) in Medjugorje – feierte Msgr. Petar Palić, der Bischof von Mostar-Duvno und Apostolischer Administrator der Diözese Trebinje-Mrkan, die Heilige Messe. Mit ihm konzelebrierten Erzbischof Aldo Cavalli, der Apostolische Visitator mit besonderem Auftrag für die Pfarre Medjugorje, sowie 689 weitere Bischöfe und Priester. Vor der Messe brachten junge Menschen ein Tuch nach vorne, auf das die Teilnehmer des Mladifestes ihre Gebete, Anliegen und Dankesworte geschrieben hatten...

„In den vergangenen Tagen haben wir gemeinsam gebetet, auf Gottes Wort gehört und den Herrn gesucht. Am Ende dieser Begegnungen stellt uns die Kirche erneut die Heilige Schrift vor Augen. Sie ist nicht bloß ein Abschluss dieser Tage, sondern der Schlüssel zu ihrem Verständnis. Deshalb lade ich euch ein, eure Herzen auch an diesem Abend für die Botschaft Gottes zu öffnen“, sagte Bischof Palić zu Beginn seiner Predigt. Er fuhr fort und wies darauf hin, dass der Prophet Jeremia heute ein Wort verkündet, das das Volk Gottes seit Jahrhunderten trägt: „Ich liebe dich mit ewiger Liebe.“ Er ermutigte die Gläubigen, mit diesem Wort im Herzen auch das Tagesevangelium zu hören, das von der Begegnung Jesu mit der kanaanäischen Frau erzählt, die sich voller Glauben auf der Suche nach Hilfe an ihn wandte.

„Jesus blieb nicht bei ihren Worten stehen; er blickte in ihr Herz. Er erkannte einen Glauben, der nicht wankte – weder in seinem Schweigen noch in der Prüfung noch angesichts von Dingen, die sie nicht sofort verstand. Deshalb bleibt diese Frau eine bleibende Zeugin dafür, dass der Herr den Menschen, der sich vertrauensvoll an ihn wendet, niemals unbeantwortet lässt“, sagte Msgr. Palić und fügte hinzu: „Hier trifft das heutige Wort Gottes auf das Motto des diesjährigen Jugendfestivals: *Ad fontem* –Hin zur Quelle.“

„Die kanaanäische Frau wusste nicht, wie ihre Begegnung mit Jesus ausgehen würde, aber sie wusste, wem sie ihren Schmerz anvertrauen konnte. Genau das ist Glaube. Er beseitigt nicht alle Fragen, aber er gibt dem Menschen den nötigen Halt, um durch sie hindurchzugehen“, sagte Bischof Palić und erklärte den jungen Menschen: „Oft glauben wir, wir hätten uns auf den Weg gemacht, um Gott zu suchen, doch mit der Zeit entdecken wir, dass Er bereits auf dem Weg zu uns war.“

„Viele von euch sind in diesen Tagen mit eigenen Anliegen nach Medjugorje gekommen. Manche sind gekommen, um zu danken, andere, um Frieden zu suchen, und wieder andere, um Fragen mitzubringen, auf die sie noch keine Antwort erhielten. Es ist wichtig, dass die Reise nicht bei der schönen Erfahrung dieser Tage stehen bleibt. Das Motto *Ad fontem* lädt uns ein, aufzubrechen und weiterhin nach der Quelle zu suchen, aus der das Leben unaufhörlich entspringt.

Diese Quelle hat ein Gesicht. Es ist Jesus Christus. Deshalb versammelt uns die Kirche immer um den eucharistischen Tisch. In der Eucharistie schenkt uns Jesus Christus sich selbst und bleibt unter uns. Davon lebt die Kirche, und von dort aus beginnt sie immer wieder neu“, sagte Bischof Palić und fügte hinzu, dass uns auch die selige Jungfrau Maria auf diesem Weg begleitet; sie weist auf ihren Sohn hin und sagt: ‚Was er euch sagt, das tut!‘

„Ihre Mission ist immer dieselbe: die Menschen zu Christus zu führen, der einzigen Quelle des Lebens. Auch der heilige Franziskus von Assisi hat dies zutiefst verstanden. Er schöpfte die Kraft für sein Leben und seine Sendung aus der Begegnung mit Christus in der Eucharistie. Er suchte keine außergewöhnlichen Zeichen; die Gegenwart Christi in der Eucharistie genügte ihm.

In diesen Tagen haben wir hier auch erlebt, wie menschliche Schwäche schmerzhafte Spuren hinterlassen kann. Doch noch stärker haben wir erfahren, dass nichts die Gegenwart Christi in seinem Volk überwinden kann. Die Kirche versammelte sich erneut um denselben Altar und feierte weiterhin die Eucharistie. Das ist die Antwort des Glaubens. Christus ist unsere Quelle, und seine Gnade hört niemals auf zu fließen“, sagte Msgr. Palić, der sodann in eben diesem Geist auch an den Tag des Sieges und der Dankbarkeit für das Heimatland erinnerte.

„Während man in Kroatien heute Gott für das Geschenk der Freiheit dankt und voller Respekt an die kroatischen Verteidiger denkt, dürfen wir weder die vielen Menschen aus Bosnien und Herzegowina vergessen, die Kroatien in den schweren Kriegsjahren verteidigt haben, noch jene aus Kroatien, die die Heimat und das Leben der Menschen in Bosnien und Herzegowina schützten. Ihr Opfer mahnt uns, nicht in Kriegserinnerungen zu verharren, sondern mit noch größerer Verantwortung am Frieden zu bauen.

Liebe junge Menschen, viele von euch kommen aus Regionen, die noch die Wunden des Krieges tragen oder im Schatten von Konflikten leben. Lasst keinen Raum für Hass in euren Herzen. Papst Leo XIV. erinnert uns oft daran, dass der Friede nicht von selbst entsteht. Er beginnt im Herzen eines Menschen, der zulässt, dass Christus ihn verwandelt. Seid Friedensstifter. Die Welt von heute braucht genau solche Jünger Christi“, sagte Bischof Petar Palić. Er appellierte daran, dass das Motto *Ad fontem* nicht bloß das Thema des diesjährigen Treffens bleibe, sondern zu jenem „Weg werde, auf dem wir zu Christus zurückkehren; denn nur von Ihm strömt das Leben, das nicht vergeht“. Er schloss mit den Worten: „Möge der Herr eines Tages auch zu uns jene Worte sprechen, die er an die kanaanäische Frau richtete: ‚Groß ist dein Glaube.‘“

Nach der Heiligen Messe folgte die Anbetung Jesu im Allerheiligsten Altarsakrament sowie die Aussendung und Verabschiedung. Vertreter aller am Mladifest teilnehmenden Länder erhielten ein Geschenk – einen Rosenkranz –, der ihnen von den Bischöfen Palić und Cavalli überreicht wurde.

„Liebe junge Menschen, nehmt den Rosenkranz – er ist gleichsam die zu euch ausgestreckte Hand Mariens –, damit ihr mit Jesus und Maria durchs Leben gehen und von ihnen lernen könnt!“ „Seid Evangelisatoren in eurer Familie, in eurer Stadt, in eurem Land“, ermutigte Pater Zvonimir Pavičić, der Pfarrer von Medjugorje, die Jugendlichen, während Bischof Palić dazu aufrief, in die Welt hinauszugehen – in ihre Heimatländer, Familien und Pfarrgemeinden – und dort weiterzugeben, was sie hier empfangen hatten.

Das Nachmittagsprogramm begann um 16:00 Uhr mit Musik und Tanz, dargeboten von den lebhaften Mitgliedern der Gemeinschaft Cenacolo. Sie berichteten den Jugendlichen von den verschiedenen Formen von Sucht, Angst und Trauma…, von denen sie durch die Liebe der Gottesmutter befreit worden waren, und luden alle ein, im Vertrauen auf Gott ihr eigenes „Ja“ zu sprechen.

Während der Vormittagseinheit hielt Pater Bojan Rizvan eine Katechese, in der er die Jugendlichen dazu ermutigte, der Liebe des heiligen Franziskus zu Christus und Maria nachzueifern. Auch Schwester Mariana Kovačić von den Missionarinnen der Nächstenliebe verkörpert diese Liebe; in ihrem Zeugnis ermutigte sie die jungen Menschen, keine Angst davor zu haben, zu Jesus „Ja“ zu sagen. Draženka Čutura sprach über ihren Sohn Stjepan und erzählte, wie sein Leben, seine Krankheit und sein Tod zu einer Inspiration für viele wurden, die durch sein Leiden den Weg zurück zu Gott fanden.

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