Erzbischof Aldo Cavalli zelebrierte die Christmette in Medjugorje: Gott wurde Mensch aus Liebe

''Aus Liebe zu jedem von uns nahm er unsere Sünden auf sich, um sie zu tilgen und uns Gnade zu schenken. Es ist nicht unser Verdienst, sondern Gnade.''

Die Christmette in der St.-Jakobus-Kirche in Medjugorje zelebrierte Erzbischof Aldo Cavalli, der Apostolische Visitator mit besonderer Aufgabe für die Pfarre Medjugorje,. Vor dieser Messe wurde um 18:00 Uhr die Heilige Messe zum Heiligen Abend gefeiert. Anschließend führten Mitglieder der Gemeinschaft Cenacolo vor der Kirche eine Krippenszene auf, und um 22:30 Uhr begann die Gebetsvigil mit der Anbetung Jesu im Allerheiligsten Sakrament des Altares.

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„Warum wurde Gott einer von uns? Warum wurde Gott Mensch?“, fragte Erzbischof Cavalli zu Beginn seiner Predigt. Darin ging er auf das Geheimnis der Menschwerdung ein und lud die Anwesenden ein, dieses Geheimnis gemeinsam anhand der Bibel zu ergründen, da dies der beste Weg sei, Gott und Jesus zu verstehen.

Anschließend erläuterte er die erste Antwort der Bibel auf die Frage, warum Gott Mensch wurde. - Aus Liebe!

„Das Johannesevangelium besagt, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er einer von uns wurde. Er wurde einer von uns, weil er uns liebt. Er wurde einer von uns, weil er dich und mich liebt. Das ist das erste große Motiv. Aber einen Menschen zu lieben bedeutet, ihm Gutes zu wünschen. Einen Menschen zu lieben bedeutet, ihn zu segnen, gut von ihm zu sprechen. Einen Menschen zu lieben bedeutet, ihm zu helfen. Und all diese Verben, die wir erwähnt haben – lieben, dienen, gut von jemandem sprechen, ihn segnen… – haben einen gemeinsamen Nenner in einem Wort, das in der Bibel mit „dienen“ bezeichnet wird. Wer liebt, dient“, sagte Erzbischof Cavalli. Um zu erklären, was Dienen in der Bibel bedeutet, bezog er sich auf das Kapitel 13 des Johannesevangeliums. Dort wird vom Beginn des Letzten Abendmahls berichtet, als Jesus seinen Jüngern die Füße wusch. Der Erzbischof sagte, das sei zu jener Zeit unmöglich gewesen, denn damals wuschen die Füße nur Sklaven, die als wertlos galten. Daher ist Petrus’ Reaktion verständlich, als er sagte, der Herr werde ihm die Füße keinesfalls waschen.

„Wer liebt, dient! Doch um dienen zu können, müssen wir etwas haben, was wir geben. Wenn ich halbherzig und mittelmäßig bleibe, liebe ich nicht. Um lieben zu können, muss ich in allen menschlichen und spirituellen Eigenschaften wachsen“, sagte Erzbischof Cavalli und wiederholte, dass Gott einer von uns geworden sei, weil er uns liebt und uns „wie ein Sklave“ dient. Er fuhr fort, dass das Kreuz die zweite biblische Antwort auf die Frage sei, warum Gott einer von uns geworden sei.

„Jesus starb am Kreuz wie die beiden Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt wurden“, sagte Erzbischof Cavalli und betonte Marias Größe angesichts ihres gequälten Sohnes.

„Die Menschen gingen vorüber, beschimpften und verachteten ihn, aber Maria blieb bei ihm“, sagte Erzbischof Cavalli und erklärte, dass Jesus wie die beiden anderen Verbrecher gestorben sei, sein Tod aber erst durch den Heiligen Geist wirklich verstanden werden könne.

„Durch den Heiligen Geist sahen sie mit anderen Augen. Dieser Leib, der in den Augen der anderen wertlos war, war der Leib des Sohnes Gottes. Es war der Leib des Sohnes Gottes unter uns. Und sie erkannten in der Heiligen Schrift das Große, das Jesus getan hatte, und fassten es in einem Wort jener Zeit zusammen: Erlöser. Dieser Leib ist der Leib meines Erlösers“, sagte Erzbischof Cavalli. Er erklärte, dass Israel damals in große Familien geteilt war, die Land besaßen. Wenn ein Familienmitglied ein Unrecht beging, Land verkaufte oder Schulden machte, sollte das Familienoberhaupt die Schulden übernehmen und begleichen, um dem Betroffenen zu helfen und ihn wieder würdig zu machen. Das Oberhaupt, das die Schulden beglich, sie auf sich nahm und den anderen von den Schulden befreite, wurde Erlöser genannt. Hier verstehen wir die Bedeutung dieses Wortes.

„Die Apostel blickten mit Hilfe des Heiligen Geistes auf das Kreuz mit den Augen Gottes. Er starb wie die beiden anderen, aber er war nicht wie die anderen. Er starb, weil er etwas Großes, Unermessliches vollbrachte, weil er unsere Sünden auf sich nahm. Sie verstanden, dass er die Sünden auf sich nahm, die ich begangen habe, die ich begehe, und die ich noch begehen werde“, sagte Erzbischof Cavalli und betonte, dass Gott uns unsere Sünden vergibt, sobald wir ihn ansehen, dass wir aber in unserer Freiheit um Vergebung bitten müssen.

„Und was die Beichte betrifft: Ich knie im Beichtstuhl, bitte um Vergebung, und sein Tod am Kreuz wird gegenwärtig, dieses Geheimnis wird für mich gegenwärtig“, sagte Erzbischof Cavalli, der sich am Ende noch einmal fragte: „Warum ist Gott uns gleich geworden, warum machte er sich zu einem von uns?“ Dann gab er die Antwort: „Aus Liebe zu jedem von uns nahm er unsere Sünden auf sich, um sie zu tilgen und uns Gnade zu schenken. Es ist nicht unser Verdienst, sondern Gnade. In dieser unermesslichen Liebe nahm er all unsere Sünden auf sich und vernichtete sie mit seinem Tod am Kreuz.“

Am Ende der Heiligen Messe wünschte der Pfarrer von Medjugorje, Pater Zvonimir Pavičić, allen Gläubigen ein frohes Weihnachtsfest.

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