FOTO: Feier des 45. Jahrestages der Marienerscheinungen in Medjugorje – Ein Ort der Vergebung und des Neuanfangs

FOTO: Feier des 45. Jahrestages der Marienerscheinungen in Medjugorje – Ein Ort der Vergebung und des Neuanfangs

Nach der feierlichen Vorabendmesse zum 45. Jahrestag der Marienerscheinungen, an der Zehntausende Pilger sowie 260 Priester teilnahmen, folgte eine einstündige gemeinsame eucharistische Anbetung Jesu im Allerheiligsten Altarsakrament. Anschließend wurde die Anbetung in Stille bis 6 Uhr morgens fortgesetzt. Währenddessen trafen zahlreiche Pilger zu Fuß in Medjugorje ein, schlossen sich der eucharistischen Anbetung an und warteten auf die erste Heilige Messe, die um 6 Uhr gefeiert wurde. Weitere Heilige Messen in kroatischer Sprache fanden um 7, 8, 9 und 11 Uhr statt.

Darüber hinaus wurden 15 weitere Heilige Messen in den Sprachen der ausländischen Pilger gefeiert. Die Gläubigen kamen aus Ungarn, Polen, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Irland, England, Kanada, den USA, Frankreich, der Ukraine, Schottland, Portugal, Belgien, den Niederlanden, Südkorea, China, Indien, Tschechien, der Slowakei, Spanien, Mexiko, Kolumbien, Argentinien, Ecuador, Slowenien, Italien, Dänemark, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Vietnam, Mauritius, Brasilien, Rumänien, Trinidad und Tobago, Hongkong, Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina.

Obwohl viele Pilger von der langen Reise erschöpft waren, fanden sie dennoch die Kraft, vor dem Allerheiligsten und vor der Gottesmutter niederzuknien. In dieser „Beichtstätte der Welt“ stellten sie sich geduldig zur Beichte an, bekannten ihre Sünden und begannen erneut ihren Weg zu einem neuen Leben. In seiner Predigt bezeichnete der Provinzial der Herzegowinischen Franziskanerprovinz, Pater Jozo Grbeš, Medjugorje als einen Ort der Vergebung und des Neuanfangs – genau das mache diesen Wallfahrtsort so besonders.

„Dies ist ein Ort der Kirche, an dem Bischöfe und Priester, Ungläubige und barfüßige Leidende gemeinsam auf dem Weg der Suche sind – alle auf der Suche nach Wahrheit und Sinn. Alle sind Suchende“, sagte Pater Jozo, der anlässlich des 45. Jahrestages der Marienerscheinungen der feierlichen Abendmesse am Freialtar der Pfarrkirche des heiligen Jakobus in Medjugorje vorstand. Mit ihm konzelebrierten 397 Priester, während Dutzende Priester den aus aller Welt angereisten Pilgern das Sakrament der Versöhnung spendeten.

In seiner Homilie erklärte Pater Jozo, dass Medjugorje für Gläubige ein Ort der Umkehr, der Beichte, des Gebets und tiefgreifender persönlicher Gotteserfahrungen sei. Für Nichtgläubige sei es hingegen ein Ort des Unmöglichen und Geheimnisvollen – ein Ort der Fragen, an den Menschen nicht nur mit Glauben, sondern auch mit Zweifeln, Neugier und fast alle mit inneren Wunden und Lebenskrisen kämen.

„Für diejenigen, die Zeugnis geben, ist Medjugorje vor allem ein Ort, an dem sichtbar wird, wie Verlorene zu sich selbst zurückfinden, Ehen erneuert werden, Süchtige ihr Leben verändern, Menschen tiefe Verletzungen vergeben, Priester und Ordensleute Krisen überwinden und viele hier den Atheismus hinter sich lassen“, betonte Pater Jozo Grbeš. Allen gemeinsam sei die Rückkehr zu den Quellen.

„Wir suchen das eine und erhalten das, was wir wirklich brauchen: Wir suchen Gesundheit und finden den Sinn des Lebens. Wie wichtig ist doch dieser erste Schritt – der wichtigste Schritt des Lebens –, nämlich sich auf die Suche zu machen. Dies ist ein Ort der Begegnung mit Christus. Hier lernt man Ihn kennen und begegnet Ihm. Wenn wir Ihm nicht begegnen, ist alles andere vergeblich. Er ist die Begegnung aller Begegnungen.“ Weiter sagte er, dass auch die Vatikanische Note „Die Kőnigin des Friedens“ über die geistlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit Medjugorje die Bedeutung der geistlichen Früchte anerkenne – Früchte, die niemand leugnen könne.

„Wenn du Christus hast, hast du alles. Wenn du Ihn nicht hast, besitzt du trotz allem nichts. Er ist Sinn, Weisheit, Wahrheit, Liebe... Er lehrt, dass der Mensch wichtiger ist als das Gesetz, die Liebe wichtiger als Härte und Vergebung wichtiger als Hass, Neid, Rache... Deshalb ist in Medjugorje der Kreuzberg (Križevac), der Berg des Kreuzes, der höchste und erhabenste Berg. Er befindet sich am erhabensten Ort! Zu ihm zu gelangen ist zugleich das Schwerste, das Leichteste, das Schönste und das Sinnvollste. So ist das Kreuz. So ist der Herr. Anspruchsvoll – und doch schenkt er alles. So ist die Liebe.“ Abschließend rief Pater Jozo dazu auf, erneut zum Evangelium zurückzukehren, um das Leben besser zu verstehen.

Im Evangelium erfahren wir, was die wahre Sendung der Seligen Jungfrau, unserer Gottesmutter, ist – jene Sendung, die in Kana in Galiläa in der Stunde der Not so deutlich sichtbar wurde, als sie leise sprach, als würde sie sanft anordnen, was seit Jahrhunderten in allen Seelen widerhallt: „Tut alles, was Er euch sagt!“ Sie ist es! Immer weist sie auf Ihn hin. Und dann führte er auch einige Evangelienabschnitte an, in denen uns gesagt wird, was wir tun sollen: „Du sollst deinen Gott lieben … und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Mt 22,37–39);  „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ (Joh 8,11); „Nehmt und esst; das ist mein Leib.“ (Mt 26,26); „Vergebt.“„Geht hinaus in die ganze Welt.“ (Mt 28,19); „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach.“ (Mt 16,24); „Fürchtet euch nicht.“ (Mt 10,26; 28,10)...

Zum Abschluss seiner Predigt ermutigte er die Gläubigen, den Ruf und die Liebe Mariens mit nach Hause zu nehmen, damit ihr Leben von mehr Liebe erfüllt werde und gerade dadurch seinen tiefsten Sinn finde.

„Ich lasse euch mit einer einfachen, aber für mich persönlich wichtigsten Frage zurück: Wie steht es um eure Liebe? Der Zustand eurer Liebe ist der Zustand eurer Seele. Möge dieser Jahrestag für uns alle der Beginn des Weges zu ihr und schließlich zu Ihm sein. Erst dann werden wir die Fülle des Friedens, die Größe des Unendlichen und die Größe des Sinns verstehen“, schloss Pater Jozo Grbeš.

Vor der Heiligen Messe wurde der Rosenkranz von Pater Ivan Hrkać vorgebetet. Dem Jahrestag ging eine neuntägige Novene voraus. Während dieser neun Tage wurde täglich sowohl auf dem Erscheinungsberg als auch am Freialtar der Pfarrkirche des heiligen Jakobus der Rosenkranz gebetet. Vorgebetet wurde er von Gemeindemitgliedern aus Medjugorje, Mitgliedern der Franziskanischen Jugend (Frama), des Dritten Ordens, Freiwilligen der „Marianischen Hände“ sowie Bewohnern des Mutterdorfes. Die Heiligen Messen der Novene wurden von Pater Jure Barišić, Pater Hrvoje Miletić, Pater Bože Milić, Pater Mario Knezović, Pater Ivica Vrbić, Pater Karlo Lovrić, Pater Ljubo Kurtović, Pater Andrija Majić sowie am Vorabend des Jubiläums von Pater Miljenko Šteko gefeiert – jeweils gemeinsam mit mehreren hundert konzelebrierenden Priestern.

Am Ende der Heiligen Messe dankte der Pfarrer von Medjugorje, Pater Zvonimir Pavičić, Gott und der Königin des Friedens für alle Gnaden, die in den vergangenen Jahren geschenkt wurden. Sein Dank galt ebenso Pater Jozo Grbeš, allen konzelebrierenden Priestern und den zahlreichen Beichtvätern.

Er bedankte sich außerdem bei den Gemeindemitgliedern aus Šurmanci, die die Marienstatue während der Prozession getragen hatten, sowie beim Kirchenchor „Die Königin des Friedens“ und dem Bläserquintett aus Split.

Die Seher Ivan Dragićević und Marija Pavlović Lunetti beteten – wie bereits an allen Tagen der Novene – den Lobgesang Mariens (Magnificat). Nach der Heiligen Messe folgte erneut die eucharistische Anbetung, die in der Kirche bis sieben Uhr morgens andauerte.

Bereits am Vortag, dem Vorabend des Jubiläums und dem Hochfest der Geburt des heiligen Johannes des Täufers, fand am Morgen der traditionelle 35. Friedensmarsch von Humac nach Medjugorje statt, an dem zahlreiche Gemeindemitglieder und Pilger aus aller Welt teilnahmen. Am Nachmittag erreichten außerdem die Teilnehmer der 7. Gelübdewallfahrt von Čitluk nach Medjugorje den Wallfahrtsort.

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